Beef Brisket mit Texas Crutch

Ich wollte schon lange mal ein Beef Brisket mit der sogenannten „Texas Crutch“ ausprobieren. Endlich kam ich dazu und möchte euch das natürlich nicht vorenthalten!

Mein erster Weg führte an die Fleischtheke. Bei der Metro habe ich dann ein schönes Stück Rinderbrust gefunden. Leider gibt es hier bei mir in der Gegend keinen Metzger der mir ein ordentliches Brisket machen kann. Damit meine ich den amerikanischen Cut, also eine Rinderbrust die aus Flat und Point besteht (sog. Full Packer).

Hier bei mir in der Gegend bekomme ich leider nur das Flat als typische „Klapprinderbrust“ angeboten.

Unter den Voraussetzungen habe ich trotzdem versucht das beste rauszuholen. Wie ich finde, ist mir das auch recht gut gelungen… aber dazu später mehr! 😉

141115_01

Die Rinderbrust habe ich zunächst etwas getrimmt. Das gelbe Fett, welches während dem Smoken nicht schmelzen würde, muss runter. Das andere, weiße Fett darf gerne am Fleisch verbleiben. Dieses Fett schmilzt sehr gut und lässt das Fleisch nicht trocken werden.

Beim Brisket ist es von Vorteil, ein Stück Fleisch zu kaufen, dass genügend Fett hat. Aber genau das ist hierzulande auch die Schwierigkeit. Bei einem sehr mageren Stück ist die Gefahr viel höher dass es zu trocken wird.

Die Rinderbrust wurde nach dem Trimmen mit einem klassischen Beef Brisket Rub eingerieben. Das Rezept ist relativ simpel.

Ihr benötigt hierfür lediglich etwas grobes Meersalz, Pfeffer, Paprikapulver, Knoblauch, Oregano und Thymian. Das Rezept mit den genauen Mengenangaben findet ihr hier.

141115_02

Anschließend wurde die Brust in Frischhaltefolie eingepackt und durfte über Nacht im Kühlschrank verweilen.

Am Morgen danach habe ich dann den Weber Kugelgrill (One Touch Platinum) mit einem Minion Ring vorbereitet. Dabei habe ich zusätzlich einen großen Stein als Wärmespeicher mit eingebaut.

141115_10Auf dem Bild ist mein Setup zu sehen. Minionring, begrenzt mit einem Stein als Wärmespeicher. Direkt an die „Startzone“ des Ringes angrenzend habe ich noch Räucherchips hinzugefügt.

Den Grill habe ich auf 110°C eingeregelt und dann das Brisket aufgelegt. Selbiges wurde natürlich mit einem Kerntemperaturfühler versehen. Eine Temperatur von 90°C war das Ziel.

141115_03

Gegen 18:30 Uhr, also 10,5 Stunden nach dem Start hatte das Brisket 70°C erreicht. Der Zeitpunkt um die Rinderbrust in Alufolie zu packen war gekommen! Das ist dann die sogenannte Texas Crutch (Texas Krücke). Mit diesem Vorgehen wird der Garprozess beschleunigt, was ich auch deutlich gemerkt habe!

Ich habe mir also ein Stück Alufolie genommen und das Brisket darauf gelegt. Zusätzlich kamen noch mehrere, kleine Stücke Butter auf das Fleisch.

141115_04

Mit der Alufolie habe ich dann das Brisket komplett eingeschlagen. Man sollte hierbei darauf achten, dass man es wirklich gut einpackt. Es sollte kein Dampf austreten können.

141115_05

Nach weiteren 1,5 Stunden sah man den Effekt der Texas Crutch dann deutlich. Das Brisket war fertig! Das ging eindeutig schneller als ich erwartet hatte. Für die ersten 70°C hat das Fleisch 10,5 Stunden gebraucht. Die darauf folgenden 20°C waren in 1,5 Stunden erledigt. Insgesamt hat mein Brisket also 12 Stunden gebraucht.

Hier mal der Temperaturverlauf im Detail:
08:00 Uhr – Brisket aufgelegt
09:00 Uhr – 30°C
12:00 Uhr – 52°C
14:00 Uhr – 55°C
17:30 Uhr – 65°C
18:30 Uhr – 69°C -> Brisket kam in Alufolie
19:30 Uhr – 83°C
20:05 Uhr – 90°C -> Fertig!

Das Fleisch habe ich dann noch, für etwa eine Stunde, eingepackt ruhen gelassen.

141115_06

Anschließend wurde das Brisket angeschnitten. Wie ihr hier sehen könnt, habe ich einen recht ordentlichen Rauchring hinbekommen.

141115_08

Von einem trockenen Beef Brisket kann man denke ich nicht reden… -> Video 🙂

Mein Fazit: Mir hat das Beef Brisket sehr gut geschmeckt. Es war weder trocken noch zäh und der Rub hat einen ordentlichen Geschmack auf dem Fleisch hinterlassen, ohne den Fleischgeschmack zu überdecken. Die Texas Crutch hat sehr gut funktioniert und ich werde das wohl öfter so machen. Wenn man die Gartemperatur in der ersten Phase noch etwas erhöht, z.B. auf 120°C anstatt 110°C, sollte man das Brisket auch schneller auf Temperatur bekommen.

Falls euch mein Beitrag gefallen hat oder ihr Wünsche/Anmerkungen habt, lasst mir doch einen Kommentar da.

Grüße!
Bo

4 thoughts on “Beef Brisket mit Texas Crutch

  • 16. Juni 2017 at 18:49
    Permalink

    Wie schwer war die Brust roh?

    Reply
    • 16. Juni 2017 at 23:48
      Permalink

      Das kann ich dir nach der Zeit leider nicht mehr so genau sagen, sorry!

      Reply
  • 20. November 2015 at 08:54
    Permalink

    Sieht echt saftig aus! Sehr gelungen würde ich sagen! Muss das auch wohl mal wieder machen, bald ist Urlaub und Zeit dafür! 🙂

    Reply
    • 20. November 2015 at 10:37
      Permalink

      Oh ja, das war wirklich saftig! Jetzt wo du es sagst… Ich glaub ich sollte das auch wieder mal machen. Kann nicht oft genug sein! 🙂 😀

      Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir verwenden Cookies. Durch die Benutzung dieser Seite stimmst du deren Verwendung zu. weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen